Verfasst am: So Feb 06, 2005 11:07 am Titel: Intensive u. deutliche Klarträume
Morgen,
ich hatte mal gelesen, das man bei 6 hz sehr gut "Bilder" sehen kann.
Oder ist das zu "einfach", nur mit 6 hz zu stimulieren ?
Hat damit jemand gute Erfahrungen ?
Verfasst am: Do Feb 10, 2005 6:25 pm Titel: Imagination & Visualisieren
Hallo Andreas,
deine Information ist durchaus richtig:
Zitat:
Richardson und McAndrew untersuchten 1990 den Einfluss von audiovisuellen Mentalsystemen auf das Vorstellungsvermögen. Sie konnten zeigen, dass Frequenzen zwischen 6 und 10 Hz effektiver sind, als höhere Frequenzen (18 Hz und mehr). 6 Hz scheint gemäß ihrer Studien zur Unterstützung bildhafter Vorstellung besonders geeignet zu sein. Das bestätigte auch J. Glickson (allerdings nur 4 Probanden) und die Arbeiten von Lehmann, Koukou £t Andreae zeigten 1979 anhand von EEG-Studien, dass im Alpha-Bereich nur 9% der Testpersonen innere Bilder sehen konnten, 59% dagegen im Theta-Zustand.
Allerdings funktioniert dies - wie man anhand der Ergebnisse erkennen kann - nicht bei allen Menschen in gleich guter Qaulität. Es gibt ganz einfach Menschen, denen das visualisieren schwer fällt. Diese werden auch bei 6 Hz nicht zwangsläufig Bilder sehen können. Bei anderen, denen das Visualisieren von Natur aus leicht fällt, setzt der Bilderstrom hingegen oftmals unaufhaltsam ein.
Eine gute Frequenzkombination ist diesbezüglich auch eine Mischung aus Theta- und Betafrequenzen. Diese Frequenzmuster konnten bei EEG-Untersuchungen in Zusammenhang mit luziden Träumen identifiziert werden.
Liebe Grüße
Claudius _________________ - Surfing on the brainwaves -
Wie könnte man das bei dem Erstellen einer eigenen Session umsetzten? Sollte man da in abwechselnden Perioden Theta und Beta-Frequenzen mischen, oder falls es möglich ist, linke und rechte Hirnhälfte mit unterschiedlichen Frequenzen (links-Theta, rechts-Beta) stimulieren?
Deine Frage ist nicht ganz leicht zu beantworten, da es mit einer Mindmachine rein theoretisch unmöglich ist, auf kontrollierte und zuverlässige Weise zwei verschiedene Stimulationsfrequenzen gleichzeitig zu induzieren.
Die DAVID-System unterscheiden sich diesbezüglich zwar bereits von anderen Geräten dahingehend, dass man mit diesen immerhin eine differenzierte, hemisphärische Stimulation applizieren und somit zwei verschiedene Stimulaltionsfrequenzen für linke und rechte Gehirnhälfte induzieren kann, doch worauf Du hinaus möchtest ist ja eigentlich die Induktion von zwei verschiedenen Stimulationsfrequenzen für das gesamte Gehirn. Jeglicher diesbezügliche Ansatz ist grundsätzlich experimenteller Art:
Hinsichtlich einer wechselweisen Stimulation von Theta- und Betafrequenzen bezweifle ich, dass dies das gewünschte Ergebnis erbringen wird, da das Gehirn rapiden Frequenzsprüngen grundsätzlich nicht folgen kann - und auch die differenzierte Stimulation von linker und rechter Gehirnhälfte läuft ja nicht auf das hinaus, was Du eigentlich anstrebst. Ich denke, der vielversprechendste Ansatz besteht vermutlich darin, mit einem zuverlässigen Brainwave-Entrainmentsystem wie dem DAVID eine Rechteckwellenstimulation im Thetabereich (z. Bsp. 6 Hz)durchzuführen, welche gleichsam eine zweite Harmonische im Betabereich (z. Bsp. 18 Hz) zur Folge hat. Das Problem hier jedoch wiederum ist, dass dabei zudem auch eine erste Harmonische im Alphabereich (in unserem Beispiel bei 12 Hz) auftritt, welche ja eigentlich nicht erwünscht ist. Es bleibt also in jedem Fall eine exprimentelle Angelegenheit.
Meiner Erfahrung nach ist es auch nicht möglich, mit einer Mindmachine einen echten luziden Traum herbeizuführen. Luzide Erfahrunge - also traumähnliche Zustände, die sich durch ein intensives, inneres Bilderleben auszeichnen, sind dabei in Abhängigkeit vom jeweiligen Anwender schon durchaus realistischer - allerdings unterscheiden sich diese von einem echten luziden Traum doch noch um einiges.
Erfahrungen bezüglich intensiverer Träume und Bilder gibt es jedoch u.a. auch mit der Kreativitäts-Session, die beim PAL36 im zweiten Library mit enthalten ist - diese regt gezielt die rechte Gehirnhälfte an, wohingegen die linke Gehirnhälfte zeitgleich mit Sub-Delta-Frequenzen stimuliert wird. Auch bezüglich der DAVID Session-CD "Wellen der Ruhe" haben wir hier schon das eine oder andere Feedback hinsichtlich des Aufkommens traumähnlicher Bilder und Eindrücke erhalten, wobei ich diese Erfahrungen andererseits allerdings nicht unbedingt generalisieren möchte.
Ich schreibe Dir nachher ohnehin mal noch eine email - da können wir das Thema u.U. weiter vertiefen.
Liebe Grüße
Claudius _________________ - Surfing on the brainwaves -
Danke für die ausführliche Antwort, Claudius. Ich stelle mir da eine Mindmachine die an ein EEG gegoppelt ist vor. Im EEG sind spezielle Programme istalliert die die Frequenz der Mindmachine regulieren. Somit könnte man EEG-Profile beispielsweise aus einem Schlaflabor von Probanden die einen luziden Traum haben oder bestimmte Bewußtseinszustände, wie intensive Thetazustände oder Meditationszustände, ableiten und daraufhin die Mindmachine simultan ansteuern. So dass das EEG eine Rückmeldung des Hirnwellenmusters erhält und daraufhin die Mindmachinefrequenzen anpaßt und ständig reguliert. Wenn dann das vorgegebene EEGmuster beim Anwender erreicht ist, wird es nur noch aufrechterhalten.
Ist das Zukunftsmusik, oder gibt es schon sowas?
Zukunftsmusik ist dies inzwischen nicht mehr: So ermöglicht z. Bsp. die Enterprise Version der Mind WorkStation ein EEG-gesteuertes Brainwave-Entrainment. Letztendlich läuft aber auch dies momentan noch auf eine recht experimentelle Angelegenheit hinaus, da es diesbezüglich noch nicht allzuviele Erfahrungen damit gibt. Zudem wird das Ganze auch technisch ein wenig komplizierer, als die reine Anwendung einer Mind-Machine. So erfordert Neurofeedback an sich ja schon eine gewisse Einarbeitung in die Thematik - und dieses sodann über eine entsprechende Schnittstelle darüber hinaus noch zur Steuerung eines spezifischen Brainwave-Entrainments heran zu ziehen geht eben nochmals einen Schritt weiter. Es ist auf jeden Fall nichts, was mal eben so "auf Knopfdruck" funktioniert und es erfordert auf jeden Fall ein gutes Stück an technischer wie auch thematischer Auseinandersetzung mit der Sache - ebenso wie auch ein gutes Stück an Experimentierfreude. Sofern man jedoch dazu bereit ist, die entsprechende Zeit und geistige Mühe zu investieren, ist es gewiss eine hochinteressante Sache.
Liebe Grüße
Claudius _________________ - Surfing on the brainwaves -
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