Mind-Shop Mind-Shop
HomeInfothekDownloadsForumKontakt
Ihr KontoWarenkorbKasse  
  Startseite Ihr Konto  |  Warenkorb  |  Kasse   
Mind-Shop
Mind-Machines (10)
Mind-Machine Zubehör (47)
NeuroBeats - kostenlos (10)
AudioStrobe-Alben (31)
Biofeedback (9)
Neurofeedback (5)
Optima 4 & Zubehör (13)
U-wiz & Zubehör (14)
HEG-Neurofeedback (5)
iom Biofeedback (18)
VERIM (5)
StressPilot (2)
Elektrostimulation (7)
Magnetfeldstimulation (2)
Kombi-Systeme (1)
Audio-Produktionen (15)
Seminare/Workshops (3)
Produktsuche
 
Verwenden Sie Stichworte, um ein Produkt zu finden.

>erweiterte Suche<

Infothek/Downloads
Mind-Machines (20)
AudioStrobe (7)
Mentaltraining (4)
Biofeedback (5)
Elektrostimulation (2)
Magnetfeldstimulation (2)
Downloads (10)
Forum Zeige mehr
Reden Sie mit!
Wir freuen uns über Ihre Fragen und Beiträge.

> zum Diskussionsforum >

Bewertungen Zeige mehr
DAVID Delight Plus Mentalsystem
Hallo zusammen, ich bin Besitzer von David Delight Plus sei ..
5 von 5 Sternen!
Versand per DHL
Infothek / Downloads HEADING_TITLE
14 - Lernzustandsregulierung durch audio-visuelles Entrainment   Datum: Montag, 21. September 2009

Druckversion
Einleitung:
Author: Claudius Nagel, © 2009

Ich habe zwar bereits im Jahre 2004 schon einen Artikel über die Einsatzmöglichkeiten von so genannten Mind-Machines zum Zwecke des beschleunigten Lernens geschrieben, doch da inzwischen aktuellere Erkenntnisse zu diesem Thema vorliegen und dieser Anwendungsbereich weiterhin auch ein Schwerpunktthema bei der Nutzung solcher Systeme darstellt, erachte ich es als sinnvoll, mit dem vorliegenden Beitrag nochmals einen umfassenden Überblick über den derzeit aktuellen Stand der Forschung zu geben. Mittlerweile liegt diesbezüglich durchaus eine beachtliche Anzahl an Studien, wissenschaftlichen Aufsätzen und Sekundärliteratur vor, anhand derer sich zeigt, dass der Nutzen des audio-visuellen Entrainments (AVE) zum Zwecke des Lernens oder der Leistungssteigerung im Bereich des Gedächtnissports nicht bloß eine Behauptung der entsprechenden Gerätehersteller ist, sondern zugleich anhand verschiedener, unabhängiger Studien und empirischer Ergebnisse nachgewiesen werden konnte.

Hauptteil:

Überblick über den aktuellen Stand der Forschung

Auch wenn es unüblich ist, Literaturempfehlungen oder Verweise auf entsprechende Sekundärliteratur bereits zu Beginn eines Artikels zu geben, so möchte ich dies im Folgenden aber dennoch tun, um dem Leser zunächst einmal einen Überblick über entsprechende Arbeiten zu geben, die im Zusammenhang mit diesem speziellen Anwendungsbereich von Mind-Machines bereits erfolgt sind:

Sehr ausgedehnte und umfangreiche Studien wurden diesbezüglich Ende der 90er Jahre vom Hochschuldidaktischen Zentrum der Bundeswehr-Universität in Hamburg durchgeführt. Verwendet wurde hierbei der „Megabrain-Illuminator“ von Michael Hutchinson (Autor der bekannten Bücher „MegaBrain“ und „MegaBrain Power“), der ein Derivat des DAVID1 darstellt, mittels dessen Michael Hutchinson ursprünglich seine weltweiten MegaBrain Workshops durchführte. Die Ergebnisse dieser Arbeiten wurden in mehreren Publikationen veröffentlicht:
  • Dr. Klaus-Jürgen Landeck: „Einschalten zum Abschalten“; in: Handbuch Hochschullehre; RAABE Fachverlag für Wissenschaftsinformation; Bonn 1996.
  • Dr. Klaus-Jürgen Landeck: „Zum Einfluß apparativ („Mind-Machine“) induzierter Entspannung auf Gedächtnisleistungen und elementare kognitive Operationen“; Forschungsbericht, Universität der Bundeswehr Hamburg; Hamburg 1995. (vgl. auch Bericht über die 38. Tagung experimentell arbeitender Psychologen, Universität Eichstätt, 1996, S. 186)
  • Prof. Dr. Rainer Dieterich: „Lernen im Entspannungszustand“, Verlag für angewandte Psychologie, Göttingen 2000
  • Prof. Dr. Rainer Dieterich, Dr. Klaus-Jürgen Landeck, u. a.: „Externe Beeinflussung von Lernzuständen durch optisch-akustische Stimulation“; in: Finkbeiner, C.; Schnaithmann, G. (Hrsg.): Lehren und Lernen im Kontext empirischer Forschung und Fachdidaktik, Auer-Verlag, Donauwörth 2001, S. 311 – 329.
Eine ebenfalls sehr interessante Langzeitstudie wurde 1999 an der Western Washington University von Dr. Thomas Budzynski mit einem „Biolight“-System durchgeführt, bei welcher die Probanden über 6 Wochen lang hinweg ein regelmäßiges Training aus audio-visueller Stimulation und Biofeedback erhielten. Ihre akademischen Leistungen wurden dabei über 9 Monate hinweg beobachtet und dokumentiert, wobei sich die Probanden der Experimentalgruppe gegenüber der Kontrollgruppe infolge des Trainings signifikant und nachhaltig in ihren akademischen Leistungen (Noten) verbesserten:
  • Dr. Thomas Budzynski, u. a.: “Academic Performance with Photic Stimulation and EDR Feedback”; Journal of Neurotherapy, Herbst/Winter 1999: S. 11 – 21
    Eine deutsche Kurzfassung der Studie – ebenso wie der englische Volltext zu dieser Studie – ist unter dem folgenden Link einsehbar:
    www.mind-machines.de/newsdesk_info.php/newsPath/9/newsdesk_id/14
Eine sehr interessante und umfangreiche Studie wurde weiterhin 2008/2009 von Dipl-Psych. Viktor Wuchrer mit vier „DAVID PAL“-Systemen im Rahmen seiner Diplomarbeit am psychologischen Institut der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg durchgeführt, bei welcher er eine signifikante Verbesserung der Gedächtnisleistung sowie eine hochsignifikante Verbesserung der Konzentrationsleistung infolge einer nur einzigen (!) Stimulations-Sitzung mit diesen Systemen nachweisen konnte:
  • Dipl.-Psych. Viktor Wuchrer: “Steigerung der Gedächtnis- und Konzentrationsleistung mittels audio-visueller Stimulation einer Mindmachine”; Diplomarbeit, vorgelegt am psychologischen Institut der Friedrich-Alexander Universität Erlangen-Nürnberg, 2009
    Eine deutsche Kurzfassung der Studie – ebenso wie auch die vollständige Diplomarbeit – ist unter dem folgenden Link einsehbar:
    www.mind-machines.de/newsdesk_info.php/newsPath/9/newsdesk_id/43
Ein ebenfalls sehr umfassender englischer Artikel von Dave Siever wurde im Jahre 2003 unter dem Titel „Applying Audio-Visual Entrainment Technology for Attention and Learning“ in der Fachzeitschrift „Biofeedback“ veröffentlicht, in welchem er insbesondere die Ergebnisse entsprechender Studien des Psychologen Michael Joyce (Neurologischer Direktor an einer Schule für lernbehinderte Kinder) darlegt, die dieser mit einem „DAVID Paradise“-System durchgeführt hatte.
Last but not least ist mir zudem noch eine weitere Diplomarbeit zum Thema „Lernen mit Mindmachines“ bekannt, die ebenfalls mit positiven Ergebnissen abgeschlossen wurde:
  • Mag. Petra Braunschmied-Wolf: “Lernen mit optisch-akustischen Mind Machines”; Magisterarbeit, vorgelegt an der Grund- und Integrativwissenschaftlichen Fakultät der Universität Wien, 1991
Die vorstehende Liste erhebt im Übrigen keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit und aus dem Stehgreif heraus könnte ich noch weitere Arbeiten aufzählen – wie z. Bsp. eine Doktorarbeit von Dr. Ruth Olmstead, die zur Steigerung der Aufmerksamkeit mit einem „MindSpa“-System durchgeführt wurde. Diese Studie erfüllt jedoch nicht den üblichen wissenschaftlichen Standard, da hierbei vollständig auf den Abgleich der erzielten Ergebnisse mit denen einer Kontrollgruppe verzichtet wurde, weshalb gänzlich unklar bleibt, in welchem Ausmaß die erzielten Ergebnisse lediglich auf den Placeboeffekt oder einen Trainingseffekt (wie z. Bsp. bei der Durchführung mehrerer, gleich gearteter psychologischer Testverfahren üblich) zurück zu führen sind.

Anhand der durchaus nennenswerten Anzahl an Studien, die bislang bereits speziell zum Thema Lernen sowie Steigerung von Aufmerksamkeit, Konzentration und Gedächtnisleistung mit Hilfe von Mind-Machines durchgeführt wurden, ist deutlich erkennbar, dass es sich hierbei neben Entspannung, Stressreduktion, Schlafunterstützung sowie div. therapeutischer Anwendungsbereiche um ein zentrales und inzwischen durchaus etabliertes Einsatzgebiet von Mind-Machines handelt.

Nach diesem ersten Literaturüberblick soll nun im Weiteren zunächst einmal ein kurzes Erklärungsmodell hinsichtlich der Wirkungsweise von Mind-Machines dargelegt werden, um in der weiteren Folge sodann konkrete Anwendungshinweise zum Zwecke des Lernens sowie der Steigerung von Konzentrations- und Gedächtnisleistung zu geben.



Grundlegende Wirkungsweise von Mind-Machines

Die Wirkungsweise des audio-visuellen Brainwave-Entrainments mit Mind-Machines ist weitaus komplexer, als es sich üblicherweise auf wenigen Seiten darstellen lässt. Im Allgemeinen unterliegt der interessierte Laie diesbezüglich dem Irrglauben, dass sich die Wirkung von audio-visuellen Stimulationssystemen lediglich aus rhythmischen Licht- und Klangimpulsen mit einer spezifischen Frequenz (Taktfolge) erschließt – dies letztendlich gewiss aufgrund der üblicherweise stark vereinfachten Erklärungsmodelle, die diesbezüglich auf vielen Seiten im Internet zu finden sind. In Wahrheit aber verbergen sich hinter der Wirkungsweise von Mind-Machines komplexe physiologische Vorgänge, bei denen eine Vielzahl von Parametern eine gewichtige Rolle spielen, welche im Laufe der Jahre im Rahmen der physiologischen Grundlagenforschung zum audio-visuellen Brainwave-Entrainment dingfest gemacht werden konnten, was im Übrigen auch bei der Auswahl eines entsprechenden Gerätes eine gewichtige Rolle spielt. Dies im Detail zu erläutern ist auf wenigen Seiten ein Ding der Unmöglichkeit und bedarf daher vielmehr eines umfassenden Buches, in welchem die physiologischen Wirkmechanismen und Parameter des audio-visuellen Entrainments bis ins Detail zu erläutern wären. Wer diesbezüglich einen etwas ausführlicheren Einblick gewinnen möchte, dem sei die Lektüre des folgenden, in Entstehung befindlichen Buches zu diesem Thema anempfohlen, welches im derzeitigen Entwicklungsstand zumindest zu einem groben Verständnis über die Wirkungsweise von Mind-Machines beiträgt. Die Erläuterung der Vielzahl an physiologischen Prozessen und Parametern, die beim Brainwave-Entrainment eine Rolle spielen, steht zwar auch in diesem Buch derzeit noch aus, doch zumindest sind die darin bereits erfolgten Erläuterungen deutlich ausführlicher und konkreter, als ich dies auf den folgenden Seiten dieses Artikels darzustellen vermag:

www.mind-machines.de/downloads/Brainwave-Entrainment.pdf (ca. 6 MB, 115 Seiten)

Für all diejenigen Leser, die sich einer eingehenderen Auseinandersetzung mit dem o. a. ebook nicht oder erst zu einem späteren Zeitpunkt widmen möchten, sei im Folgenden jedoch zumindest ein vereinfachtes Erklärungsmodell dargelegt:

Im EDV-Anfangsunterricht wird der Aufbau eines Computers üblicherweise mit der menschlichen Anatomie verglichen – so ziehe ich an dieser Stelle den Umkehrschluss und vergleiche das menschliche Gehirn des Verständnisses halber mit einem Computerprozessor. Wie Allgemein bekannt ist, arbeiten Computerprozessoren jeweils mit einer spezifischen Taktrate, welche die Arbeitsgeschwindigkeit des jeweiligen Prozessors bestimmt. Je höher die Taktrate, desto mehr Berechnungen werden von dem jeweiligen Prozessor pro Sekunde durchgeführt, wobei die Taktraten heutiger Prozessoren im GHz-Bereich liegen (1 Gigahertz = 1 Milliarde Takte pro Sekunde).
Der Vergleich des Gehirns mit einem Computerprozessor liegt deshalb nahe, da auch die Neuronen des Gehirns in einem bestimmten Taktrhythmus arbeiten – mit dem Unterschied jedoch, dass sich dieser lediglich in einem Frequenzbereich zwischen 0 und 40 Hz (1 Hertz = 1 Takt pro Sekunde) bewegt und somit ungleich langsamer als ein Computerprozessor ist. Nichts desto trotz gilt jedoch auch hier, dass höhere Taktraten mit einer schnelleren Informationsverarbeitung einhergehen, als dies bei langsamen Taktraten der Fall ist. Wenn eine große Anzahl von Neuronen z. Bsp. mit hohen Taktraten von etwa 30 Hz feuert, so stehen wir in diesem Moment üblicherweise unter Stress und haben eine Vielzahl von Informationen gleichzeitig zu verarbeiten, wohingegen im Tiefschlaf demgegenüber Taktraten von 0 - 3 Hz vorherrschen und die mentalen ebenso wie die körperlichen Funktionen auf Sparflamme laufen. Verschiedene Gehirnrhythmen gehen dabei üblicherweise mit spezifischen geistigen Zuständen einher, worüber die folgende Darstellung eine kurze Übersicht gibt:


Vergleichbar zur Funktionsweise eines Herzschrittmachers ist es mit Hilfe von Mind-Machines nun möglich, bestimmte Gehirnrhythmen gezielt anzuregen und auf diese Weise gleichsam die damit einhergehenden, spezifischen Geisteszustände herbeizuführen. Ein Herzschrittmacher sendet dabei z. Bsp. in regelmäßigen Abständen elektrische Impulse an den Herzmuskel, welcher daraufhin mit einer Kontraktion reagiert. Durch die rhythmische Abfolge der elektrischen Impulse wird somit ein spezifischer Herzrhythmus etabliert, um z. Bsp. schweren Herzrhythmusstörungen entgegen zu wirken. Das audio-visuelle Entrainment funktioniert auf eine vergleichbare Weise, wobei man sich hier jedoch der klassischen Sinneskanäle bedient, um eine entsprechende Resonanz im Gehirn hervor zu rufen, d.h. der Benutzer wird mittels synchronen Licht- und Klangimpulsen (sowie i.V.m. der CES auch mit spürbaren taktilen Impulsen) stimuliert, welche über den Sehnerv, den Hörnerv (sowie i.V.m. der CES auch über die taktilen Nerven) das Gehirn erreichen. Die Impulse laufen dabei über die entsprechenden Nervenbahnen in den Thalamus ein und werden von diesem über die thalamo-corticalen Bahnen weiter an die Neuronen der Großhirnrinde geleitet, wo sie als Sinnesreize bewusst wahrgenommen und verarbeitet werden. Jedes Neuron reagiert in Folge der Verarbeitung mit einer elektrischen Entladung auf einen jeweiligen Reiz, was im Allgemeinen als „evoked response“ bezeichnet wird. Durch die rhythmische Abfolge der optischen, akustischen (und synästhetischen) Impulse etabliert sich dabei ebenfalls ein entsprechender Taktrhythmus im Gehirn, welcher gleichsam mit dem jeweils spezifischen mentalen Zustand einhergeht. Auf diese Weise ist es möglich, die Arbeitsgeschwindigkeit großer Anteile des Gehirns auf gezielte Weise zu steuern und die damit jeweils einhergehenden mentalen Zustände anzuregen. Wie die eingangs angeführten Studien aufzeigen, lässt sich dieses Prinzip u. a. auch hervorragend zur Lernzustandsregulierung einsetzen, um sich vor dem eigentlichen Lernakt oder aber auch vor entsprechenden Prüfungen oder Wettbewerben in einen hierfür optimalen Geisteszustand zu versetzen. Somit bieten Sie also eine Art „Doping für´s Gehirn“, welche im Gegensatz zu extern verabreichten Substanzen jedoch ausschließlich die körpereigenen Potenziale aktiviert und daher vollkommen nebenwirkungsfrei ist.



Der Einsatz von Mind-Machines beim Lernen oder Gedächtnissport

Bezüglich des Einsatzes von Mind-Machines beim Lernen oder dem Gedächtnissport haben Prof. Dr. Rainer Dieterich und Dr. Klaus-Jürgen Landeck im Rahmen Ihrer entsprechenden Studien am Hochschuldidaktischen Zentrum der Bundeswehruniversität Hamburg den Begriff der „Lernzustandsregulierung“ geprägt, den ich persönlich u. a. deshalb sehr treffend erachte, da er den klassischen Einsatz dieser Geräte für die betreffenden Zwecke sehr gelungen bezeichnet. Klassischerweise erfolgt der Einsatz dieser Systeme nämlich als vorbereitende Maßnahme unmittelbar vor dem jeweiligen Lernakt, um den Anwender in einen für das Lernen optimalen und förderlichen mentalen Zustand zu versetzen und auf diese Weise seine Aufnahmefähigkeit oder Konzentrationsleistung zu erhöhen. Bei einem physiologisch fundierten System halten die auf diese Weise induzierten Zustände in der Regel über mehrere Stunden an, welche sodann effektiv für den Lernprozess bzw. für eine Prüfung oder einen Wettbewerb genutzt werden können. Alternativ zum vorbereitenden Einsatz ist zudem aber auch ein lernbegleitender Einsatz solcher Systeme möglich, der allerdings gewissen Einschränkungen unterliegt, worauf ich an späterer Stelle nochmals näher eingehen werde.


Klassifizierung unterschiedlicher Lernformen und damit einhergehender Lernzustände

Entscheidend in diesem Zusammenhang ist die Erkenntnis, dass es verschiedene Arten des Lernens gibt, die jeweils mit unterschiedlichen Lernzuständen und Aktivierungsniveaus einhergehen. So ist das aktive Lernen wie z. Bsp. das Lösen von Rechenaufgaben mit einem deutlich höheren Aktivierungs- und Konzentrationsniveau verbunden als im Gegensatz hierzu das suggestive Lernen, bei welchem man den Lernstoff in passiver Weise und in einem tiefenentspannten Trance-Zustand durch das Unterbewusstsein aufnimmt. Anhand der differenzierten Studien der Bundeswehruniversität Hamburg ebenso wie anhand der Diplomarbeit von Viktor Wuchrer hat sich gezeigt, dass die Stimulation mit Alpha-Frequenzen insbesondere die Gedächtnisleistung erhöht, wohingegen eine Stimulation mit Beta-Frequenzen demgegenüber förderlicher für die Steigerung der Konzentrationsleistung ist. Je nach Art des Lernaktes und des Lernstoffes sind demzufolge jeweils unterschiedliche Lernzustände und Aktivierungsniveaus von optimalem Nutzen, was gleichsam entsprechende Implikationen auf die jeweils zu verwendenden Stimulationsfrequenzen hat. Auf Basis der inzwischen vorliegenden wissenschaftlichen Erkenntnisse ebenso wie aufgrund meiner persönlichen Erfahrungen, differenziere ich diesbezüglich zwischen den folgenden Lernformen und den damit jeweils einhergehenden Lernzuständen sowie den jeweils entsprechend zu verwendenden Stimulationsfrequenzen:

aktives Lernen – hohes Aktivierungs- und Konzentrationsniveau – mittleres Beta (18 Hz)
Eine Daumenregel aus der Lernpsychologie besagt, dass wir 10% dessen behalten, was wir lesen, 20% dessen, was wir hören, 30% dessen was wir sehen, 50% dessen, was wir hören und sehen, 70% dessen, was wir selbst sagen sowie 90% dessen, was wir selbst tun. In letzterem Fall spricht der Pädagoge vom „Lernen mit Kopf, Herz und Hand“. Das aktive Lernen bezieht dabei grundsätzlich die Anwendung des jeweiligen Lernstoffs mit ein und stellt meiner Erfahrung nach die effektivste und nachhaltigste Form des Lernens dar. Eine mathematische Formel z. Bsp. prägt sich zweifelsfrei besser im Gedächtnis ein, wenn diese anhand des Lösens diverser Aufgabenstellungen einige Male praktisch angewendet wird, anstatt sie einfach nur trocken auswendig zu lernen. Gleiches gilt für das Lernen von Vokabeln, wenn man diese z. Bsp. beim Formulieren eines Textes bewusst in diesen mit einbaut und darin verwendet, anstatt sie fernab eines jeglichen Kontextes einfach nur auswendig zu lernen. Das aktive Lernen beinhaltet stets eine aktive Verarbeitung von Informationen in Form von Handlungen, welche ein entsprechendes Handlungsergebnis zur Folge haben, wobei die mentale Verarbeitung der Informationen stets auch eine kontextuelle Integration derselben im Gedächtnis des Lernenden bewirkt. Beispiele für das aktive Lernen sind z. Bsp. das Lösen von Rechenaufgaben, das verbale oder schriftliche Formulieren von Sätzen sowie die Lösung komplexer Aufgabenstellungen und Projekte. Das aktive Lernen umfasst dabei grundsätzlich solche Aufgabestellungen, die ein hohes Aktivitäts- und Konzentrationsniveau erfordern und die aktive Verarbeitung von Informationen mit einbeziehen. So kann dieser Lernform z. Bsp. auch die Bewältigung einer Prüfung oder die Teilnahme an einem mentalsportlichen Wettbewerb (je nach Aufgabenstellung) zugeordnet werden – ebenso wie konzentrationslastige Arbeiten wie z. Bsp. die monatliche Buchführung, das Korrigieren von Tests und Klassenarbeiten oder aber auch die aktive Anwendung von Mnemotechniken. Da solche Arbeiten und Aufgabenstellungen ein hohes mentales Aktivierungs- und Konzentrationsniveau erfordern, sind diesbezüglich insbesondere mittlere Beta-Frequenzen (18 Hz) für eine entsprechende Zustandsregulierung zu empfehlen, wie gleichsam auch anhand der eingangs erwähnten Studien aufgezeigt werden konnte. Als gänzlich optimal jedoch hat sich diesbezüglich eine differenzierte Stimulation der beiden Gehirnhemisphären erwiesen, bei welcher die linke, rational-analytisch arbeitende Gehirnhemisphäre mit mittleren Beta-Frequenzen aktiviert wird, die rechte, emotional-intuitiv arbeitende Gehirnhemisphäre hingegen mit Alpha- oder SMR-Frequenzen in einem entspannten Zustand gehalten wird.

semi-aktives Lernen – mittleres Aktivierungs- und Konzentrationsniveau – niedriges Beta/SMR (14 Hz)
Das semi-aktive Lernen stellt gegenüber dem aktiven Lernen eine eher passive Lernform dar, bei welcher der jeweilige Lernstoff aufgrund seiner Komplexität oder seiner Neuheit jedoch zumindest mental aktiv verarbeitet werden muss, um ihn geistig zur erfassen und zu integrieren. Beispiele hier für sind z. Bsp. das Lesen eines anspruchsvollen Fachbuchs oder das Ansehen/-hören eines Fachvortrags. Der Lernende ist in diesem Fall also nicht aktiv tätig, sondern nimmt den Lernstoff in einer eher passiven Weise auf – ist jedoch aufgrund der Komplexität oder Neuheit des Lernstoffes zu einer aktiven, mentalen Verarbeitung desselben gefordert, weshalb hierfür zumindest ein mittleres Aktivitäts- und Konzentrationsniveau erforderlich ist. Für eine entsprechende Zustandsregulierung eignen sich diesbezüglich daher insbesondere niedrige Beta- bzw. SMR-Frequenzen (14 Hz), die mit einem Zustand entspannter Konzentration einhergehen.

passives Lernen – niedriges Aktivierungs- und Konzentrationsniveau – Alpha (10 Hz)
Das passive Lernen unterscheidet sich vom semi-aktiven Lernen vornehmlich durch die Komplexität bzw. durch die Bekanntheit des Lernstoffs. Wie beim semi-aktiven Lernen erfolgt die Aufnahme des Lernstoffs hier also in einer eher passiven Form, wobei die betreffenden Informationen hier jedoch entweder so wenig komplex oder aber bereits soweit bekannt sind, dass eine mentale Verarbeitung/Nachvollziehung derselben lediglich auf einem geringen Aktivitäts- und Konzentrationsniveau erforderlich ist. Im Vordergrund steht hierbei also weniger das Nachvollziehen und Verstehen der betreffenden Informationen als vielmehr die geistige Aufnahme und Abspeicherung derselben. Beispiele für das passive Lernen sind z. Bsp. das Lesen eines leicht verständlichen Buches, das Ansehen/-hören eines fachlich einfach gearteten Vortrags, das Auswendiglernen von Vokabeln oder Geschichtsdaten, das Wiederholen von bereits bekanntem Lernstoff oder das bewusste Anhören einer Lern-CD bzw. einer selbst besprochenen Lernkassette/-mp3 mit entsprechenden Fachinformationen. Anhand der Studien der Bundeswehruniversität Hamburg sowie der Diplomarbeit von Viktor Wuchrer hat sich gezeigt, dass sich für eine diesbezügliche Lernzustandsregulierung insbesondere eine Alpha-Stimulation mit 10 Hz eignet. Bei den entsprechenden Arbeiten konnte dabei nachgewiesen werden, dass eine Stimulation mit 10 Hz insbesondere eine signifikante Verbesserung der Gedächtnisleistung zur Folge hat – also die Enkodierung und Wiedergabe einfach gearteter Informationen, wofür ein ruhiger, ausgeglichener und aufnahmebereiter Entspannungszustand offensichtlich am besten geeignet ist.

suggestives Lernen – Trance, tiefenentspannter Zustand – Theta (6 Hz)
Beim suggestiven Lernen bedient man sich eines gedämpften Bewusstseins- bzw. Trance-Zustands, um die Informationen in suggestiver Form durch das Unterbewusstsein aufnehmen zu lassen. Ich persönlich halte zwar nicht allzu viel von dieser Form des Lernens (ebenso wenig wie mir als Schüler das Schulbuch unter dem Kopfkissen etwas gebracht hätte), doch sie hat meines Erachtens durchaus ihre Berechtigung, wenn es z. Bsp. darum geht, bekannte Informationen, die man durch das aktive Lernen zuvor bereits erschlossen hat, nochmals zu wiederholen, so dass sie sich besser in das Langzeitgedächtnis einprägen. Ebenso hat diese Lernform ihre Berechtigung im Bereich der Verhaltensmodifikation i.V.m. der Hypnose oder mit Hypnose-CDs, wo entsprechende Affirmationen oder Suggestionen zur Veränderung von Einstellungen oder Verhaltensmustern genutzt werden. Da das suggestive Lernen üblicherweise in einem herabgesetzten Bewusstseinszustand erfolgt, bei welchem man die Augen geschlossen hat, macht der Einsatz von Mind-Machines bei dieser Variante lediglich in lernbegleitender Form Sinn, indem man die betreffenden Informationen oder Suggestionen als Audioaufnahmen mit zu den betreffenden Mind-Machine Sessions einspielt – sei es in Form von bereits vorhandenen Lern-CDs (wie z. Bsp. beim Sprachenlernen) oder in Form selbst-gesprochener Aufnahmen. Für eine diesbezügliche Zustandsregulierung eignen sich insbesondere Theta-Frequenzen um die 6 Hz. Die Stimulation mit solch niedrigen Frequenzen bewirkt im Allgemeinen eine gewisse Müdigkeit und geistige Trägheit, die im Allgemeinen auch dach der jeweiligen Sitzung noch eine ganze Weile anhält – daher sind entsprechende Sessions zum suggestiven Lernen insbesondere in den Abendstunden zu empfehlen, um z. Bsp. nach den aktiven Lernphasen während des Tages den Lernstoff nochmals auf suggestive Weise zu wiederholen, die Tagesaktivitäten ausklingen zu lassen und dabei gleichsam auf angenehme Weise abzuschalten und zu regenerieren. Auch ein Einsatz des suggestiven Lernens direkt vor bzw. zum Einschlafen ist eine sinnvolle Sache, da die Theta-Stimulation den Anwender üblicherweise sanft in den Schlaf führt, wenn diese im Liegen angewendet wird. Sofern das Einschlafen hingegen unerwünscht ist (wie z. Bsp. am frühen Abend), dann empfiehlt sich die Durchführung einer solchen Sitzung hingegen eher in einer bequemen Sitzhaltung, um einen halbbewussten Dämmerzustand aufrecht zu erhalten.


Lernvorbereitende vs. lernbegleitende Anwendung von Mind-Machines

Wie bereits zuvor erwähnt, entspricht der lernvorbereitende Einsatz von Mind-Machines (außer beim suggestiven Lernen) der klassischen Anwendungsweise dieser Systeme – dies u.a. auch aufgrund der Tatsache, dass die geschlossenen Stimulationsbrillen herkömmlicher Systeme kein freies Sichtfeld bieten, welches jedoch beim aktiven Lernen oder beim Lesen in der Regel erforderlich ist. Der lernbegleitende Einsatz solcher Systeme ist daher im Allgemeinen nur i.V.m. dem suggestiven Lernen oder auch dem passiven Lernen möglich, indem man sich die Informationen in Form von Audio-Aufnahmen zu den Sitzungen einspielt. Das reine Anhören von Informationen ist gem. lernpsychologischer Erkenntnisse jedoch nicht besonders effektiv, da der Mensch bekanntermaßen nur 20% dessen behält, was er hört. Eine Alternative, diese Systeme auch lernbegleitend zum aktiven oder semi-aktiven Lernen zu verwenden, besteht üblicherweise bestenfalls darin, dabei auf die visuelle Stimulation zu verzichten und lediglich die auditive Stimulation über die Kopfhörer zu verwenden – dies allerdings verringert den Wirkungsgrad der Stimulation in nicht unerheblicher Weise, da die auditive Stimulation im Vergleich zur visuellen Stimulation nur einen Bruchteil der Gesamtwirkung erbringt. Der Sehsinn ist der wichtigste Sinn des Menschen und gem. lernpsychologischer Erkenntnisse nehmen wir etwa 83% der von uns verarbeiteten Informationen über die visuelle Wahrnehmung auf. Dementsprechend groß und ausgeprägt sind die Gehirnareale, die mit unserer visuellen Wahrnehmung und Verarbeitung in Zusammenhang stehen – wohingegen die auditiven Zentren vergleichsweise klein sind. Daher liegt es nahe, dass die visuelle Stimulation eine weitaus größere Anzahl von Neuronen anregt, als dies bei der auditiven Stimulation der Fall ist, weshalb ihr im Allgemeinen auch ein deutlich höherer Wirkungsgrad zugeschrieben wird.

Die Vorteile eines lernbegleitenden Einsatzes von Mind-Machines liegen auf der Hand: Zum einen bedeutet dies eine nicht unbeachtliche Zeitersparnis, da man sich für die Sitzungen nicht extra zeitaufopfernd zurückziehen muss, sondern diese parallel zur Lernaktivität durchführen kann. Zudem lässt sich der jeweilige Lernzustand auf diese Weise auch länger aufrechterhalten und intensivieren, was insbesondere bei zeitlich ausgedehnten Lernvorhaben eine gewichtige Rolle spielt.

Um nun aber auch beim aktiven und semi-aktiven Lernen in den Vorzug einer lernbegleitenden, visuellen Stimulation zu kommen, bedarf es also einer Stimulationsbrille, die gleichsam auch ein freies Sichtfeld für die visuelle Informationsaufnahme (z. Bsp. Lesen, Erfassen von Aufgabenstellungen, ect.) sowie für die Ausführung von spezifischen Lernaktivitäten (Rechnen, Schreiben, ect.) bietet. Diesbezüglich gibt es spezielle Open-Eye-Brillen, die entsprechende Sichtöffnungen aufweisen und bei welchen die LEDs um die Sichtöffnungen herum im peripheren Sichtbereich angebracht sind. Man sieht mit solchen Brillen zwar etwas „nerdig“ aus und ich würde nicht unbedingt empfehlen, damit in der Öffentlichkeit zu erscheinen – doch für den Einsatz im häuslichen Bereich erfüllen Sie durchaus ihren Zweck. Entgegen meiner ursprünglichen Befürchtungen, dass mich die Lichtimpulse während des Lesens oder Arbeitens wohl eher stören würden, anstatt meine Konzentration zu fördern, habe ich i.V.m. diesen Brillen die Erfahrung gemacht, dass man die peripheren Lichtimpulse relativ schnell ausblendet und diese lediglich am Rande wahrnimmt, wobei es mir dabei tatsächlich leichter fällt, mich z. Bsp. auf die Inhalte des jeweiligen Buches zu konzentrieren oder meinen Fokus auf die Tätigkeiten zu richten, denen ich mich gerade widme. Die Gedanken schweifen ganz einfach weniger ab. Beim Lesen beispielsweise kommt es i.V.m. der Verwendung einer Open-Eye-Brille weitaus seltener vor, dass ich mich nach einer halben Seite plötzlich frage, was ich da die letzte halbe Seite lang eigentlich gelesen habe und noch mal von vorne beginnen muss. Bei der monatlichen Buchführung bin ich ebenfalls konzentrierter bei der Sache und muss weniger bereits angefangene Buchungen wegen „Schusselfehlern“ nochmals verwerfen. Auch die Korrektur von Tests und Klassenarbeiten (hauptberuflich bin ich Lehrer für EDV, BWL und ReWe an einer Wirtschaftsschule) geht flüssiger von der Hand – und als angenehmen Nebeneffekt habe ich dabei festgestellt, dass sich auch die Zeitwahrnehmung verändert: Ungeachtet der Tatsache, dass man faktisch zeiteffizienter arbeitet und sein Arbeitspensum schneller erledigt hat, scheint die Zeit zudem auch schneller zu verfliegen, was gerade bei langatmigen oder langweiligen Arbeiten durchaus seine Vorzüge hat.


Beispiel einer Open-Eye-Stimulationsbrille

Im Zusammenhang mit dem lernbegleitenden Einsatz von Mind-Machines verdient im Übrigen auch die CES (craniale Elektro-Stimulation) eine besondere Erwähnung, welche die audiovisuelle Stimulation auf der taktilen Wahrnehmungsebene durch spürbare sensorische Impulse unterstützt und entsprechend verstärkt. Ungeachtet dessen, dass die Hinzuziehung eines dritten Stimulationskanals zur Applikation einer multisensorischen Stimulation den Wirkungsgrad derselben nochmals deutlich erhöht, kann die CES nämlich zudem auch auf komfortable und nahezu unauffällige Weise begleitend zu alltäglichen Tätigkeiten eingesetzt werden, wie z. Bsp. beim Lesen und Lernen, bei Bürotätigkeiten bzw. Arbeiten am Schreibtisch, beim Fernsehen oder aber auch beim Spazierengehen oder Joggen. Die Applikation der CES erfolgt dabei i.d.R. über dezente Ohrclip-Applikatoren, welche die Ohrläppchen mittels sanfter Mikrofeinstromimpulse stimulieren, wobei die CES-Impulse vom Anwender als sanftes Pulsieren an den Ohrläppchen wahrgenommen werden. Neben der dem Brainwave-Entrainment entsprechenden Resonanzwirkung im Gehirn, hat die CES dabei unabhängig von der jeweils verwendeten Stimulationsfrequenz zudem noch den positiven Nebeneffekt, dass sie die Ausschüttung von Endorphinen anregt, was beim Anwender für ein zusätzliches Wohlgefühl sorgt. So kann man die CES also nicht nur in Kombination mit der audiovisuellen Stimulation, sondern auch alleine (d.h. ohne Brille und Kopfhörer) verwenden, um sie begleitend zu alltäglichen Aktivitäten oder aber auch zum Lernen nutzbringend einzusetzen.


Integration des Lernstoffs in das Langzeitgedächtnis

Es ist bereits seit langem bekannt, dass ein gesunder und tiefer Schlaf u.a. auch wichtig für das Lernen und das Gedächtnis ist – dies jedoch nicht nur deshalb, um am nächsten Tag ausgeruht, ausgeglichen und aufnahmebereit zu sein, sondern aus aktuellen Erkenntnissen der Gehirn- und Schlafforschung weiß man inzwischen, dass im Schlaf u.a. auch die während des Tages aufgenommenen und verarbeiteten Informationen in das Langzeitgedächtnis integriert werden. Dem Schlaf kommt somit eine wichtige Funktion hinsichtlich der Konsolidierung von Gedächtnisinhalten zu. Zudem scheinen die verschiedenen Schlafstadien die Gedächtnisbildung in den verschiedenen Gedächtnissystemen in unterschiedlicher Weise zu beeinflussen. Das prozedurale Gedächtnis, welches sich auf das Erlernen von sensorischen und motorischen Fertigkeiten bezieht, profitiert insbesondere vom REM-Schlaf, der im späten Teil des nächtlichen Schlafs dominiert und insbesondere durch hohe Theta-Anteile geprägt ist, wohingegen das deklarative Gedächtnis, welches sich auf das Erinnern von Fakten bezieht, insbesondere durch den im früh in der Nacht dominierenden Tiefschlaf mit hohen Delta-Anteilen profitiert. Menschen mit einem unruhigen, gestörten oder nicht ausreichenden Schlaf fällt es nachgewiesenermaßen ungleich schwerer, sich zuvor Erlerntes dauerhaft zu merken, als dies bei Personen mit einem gesunden Schlafverhalten der Fall ist.
Während man bis vor kurzem davon ausging, dass insbesondere Theta-Frequenzen mit der Ausbildung neuer Synapsen und Verschaltungen im Gehirn in Zusammenhang stehen, so weiß man inzwischen, dass Delta-Frequenzen diesbezüglich mindestens eine ebenso hohe Bedeutung haben.

Hinsichtlich des Einsatzes von Mind-Machines zur Lernunterstützung ist es in diesem Zusammenhang daher durchaus empfehlenswert, abends vor bzw. zu dem Einschlafen nochmals eine schlafunterstützende Session im Thetabereich mit einem Verlauf bis hinein in den Deltabereich durchzuführen, um einen gesunden und tiefen Schlaf anzuregen. Eine solche Session kann man dabei z. Bsp. gleichsam mit dem suggestiven Lernen verbinden, indem man eine entsprechende Audioaufnahme mit aufgesprochenem Lernstoff in die Session mit einspielt. Das Erstellen entsprechender Aufnahmen ist i.V.m. den heutigen Computern und mp3-Playern im Grunde genommen kein nennenswertes Problem mehr und bietet sich z. Bsp. beim Lesen eines Fachbuches an, indem man dieses laut vorliest – was gleichsam auch die Lerneffektivität während des Lesens erhöht, da man die entsprechenden Worte in diesem Fall nicht bloß liest, sondern sich diese gleichsam auch sagen hört. Eine solch multisensorische Wahrnehmung der Lerninhalte prägt sich bekanntermaßen ebenfalls besser ein, als lediglich das stille Lesen der betreffenden Informationen, woraus sich nochmals eine zusätzliche Lerneffektivität ergibt. Da das Gehirn während des Schlafes u.a. auch diejenigen Inhalte nochmals speziell verarbeitet und enkodiert, mit denen es kurz vor dem Einschlafen konfrontiert wurde, empfiehlt es sich im Übrigen auch zudem, sich kurz vor dem Einschlafen auch nochmals mit solchen Lerninhalten auseinander zu setzen, die sich nur schwer ins Gedächtnis einprägen wollen.



Hinweise zur Auswahl seriöser Systeme

Es gibt und gab am Markt eine ganze Reihe von Systemen, die mittels einer Lichtbrille und Kopfhörern visuelle und auditive Stimulationsimpulse erzeugen und aufgrund dieser Eigenschaft als so genannte Mind-Machines bezeichnet werden – die meisten dieser Systeme erfüllen jedoch nicht die physiologischen Anforderungen, die für eine zuverlässige, tiefgehende und nachhaltige neuroregulative Wirkung erforderlich sind. Um eine entsprechende Resonanzwirkung im Gehirn zu gewährleisten, müssen die Stimulationsprogramme sowie die dabei verwendeten Stimulationsimpulse in physiologisch und Gehirn-gerechter Weise erfolgen – andernfalls bleibt das Ganze in der Tat nämlich nichts anderes als ein buntes „Geblinke“, das bestenfalls für psychedelische Unterhaltung bzw. „Entertainment“ gut ist. Hinsichtlich einer ernst zu nehmenden Wirkung ist demgegenüber ein komplexes Zusammenspiel von einer Vielzahl an Faktoren erforderlich: So muss bereits die verwendete Hardware physiologisch gerecht konzipiert sein, um den Benutzer auch entsprechend in wahrnehmungsphysiologisch korrekter Weise zu stimulieren. Weiterhin muss aber auch die verwendete Firmware (also die interne Steuerungssoftware der betreffenden Hardware) gehirngerechte Stimulationssignale erzeugen sowie eine neurophysiologisch korrekte Umsetzung derselben gewährleisten, wobei in diesem Zusammenhang z. Bsp. solche Faktoren wie die Pulsmodulation (die Wellenform der Impulse), die Pulsweite und die Modulationstiefe von großer Bedeutung sind – aber auch die Art und Weise sowie die Synchronizität, in welcher die Stimulationsimpulse über mehrere Wahrnehmungs- und Frequenzkanäle zeitgleich umgesetzt werden. Last but not least spielen schließlich aber auch noch die im System enthaltenen Stimulationsprogramme eine entscheidende Rolle, die in ihrem Session-Design entsprechend der neurophysiologischen Regeln des Brainwave-Entrainments konzipiert sein müssen, wobei auch hier nicht bloß der jeweilige Frequenzverlauf von Bedeutung ist, sondern vielmehr der Gesamtaufbau der betreffenden Session, der im Allgemeinen aus verschiedenen Session-Phasen besteht und neben den verwendeten Stimulationsfrequenzen zudem auch eine Vielzahl an weiteren Stimulationsparametern umfasst.
Hinsichtlich der Zuverlässigkeit der Stimulation sowie der Qualität des Wirkungsgrades bestehen zwischen den verschiedenen am Markt erhältlichen Systemen daher zum Teil immense Unterschiede. Dies im Detail zu erläutern würde wie bereits erwähnt ein ganzes Buch erfordern und den Rahmen dieses Artikels bei weitem sprengen. Aus diesem Grund will ich mich abschließend auf die Empfehlung zweier seriöser Systeme bzw. Systemfamilien beschränken, die ich für die Zwecke einer ernsthaften Lernzustandsregulierung besten Gewissens empfehlen kann. Ein physiologisch fundiertes und seriöses System stellt diesbezüglich der von Sean Adam (Weltmeister im Schnelllesen) entwickelte „BRAINWAVE I“ dar – der eine Kombination aus einem EEG und einem audiovisuellen Stimulationssystem bietet. Allerdings ist dieses System nur in Verbindung mit einer diesbezüglichen Schulung für zusammen etwa 11.000 EUR erhältlich. In einer deutlichen günstigeren Preisklasse angesiedelt, dabei jedoch ebenso seriös und physiologisch fundiert sind die Systeme der Marke „DAVID“, wobei diese jedoch kein EEG mit integriert haben. Ungeachtet dessen werden diese Systeme jedoch auch von Sean Adam als preisgünstige und ernstzunehmende Alternative zu seinem BRAINWAVE I empfohlen - und auch ich selbst kann die DAVID-Systeme nicht nur auf Basis meiner persönlichen Erfahrungen empfehlen, sondern zudem auch aufgrund der zahlreichen dankbaren Anwender-Feedbacks, die mich bezüglich dieser Systeme bereits erreicht haben. Gleichsam blickt der Hersteller dieser Systeme inzwischen auf über 25 Jahre Erfahrung zurück und verfügt somit über ein breites und fundiertes Know How, so dass man als Anwender getrost davon ausgehen kann, dass der betreffende Hersteller weiß, was er tut.
Bei vielen anderen audiovisuellen Stimulationssystemen (Mind-Machines), die derzeit am Markt erhältlich sind, handelt es sich demgegenüber oftmals eher um unterhaltungsorientierte Geräte oder um Nachahmungsprodukte, die dem neurophysiologisch bewanderten Interessenten oftmals schon bei oberflächlicher Betrachtung offenbaren, dass sich die betreffenden Hersteller nur in unzureichender Weise mit den Erkenntnissen der Grundlagen- und Anwendungsforschung bezüglich des Brainwave-Entrainments auseinander gesetzt haben. Für farbenfroh-psychedelische „Achterbahnfahrten“ und kaleidoskopartiges „Entertainment“ hingegen sind solche Systeme jedoch bestens geeignet … und sofern es dem betreffenden Interessenten vornehmlich um ein visuell faszinierendes Stimulationserlebnis geht und weniger um ernsthafte Anwendungszwecke, dann haben auch diese Systeme durchaus ihre Berechtigung.

© Claudius A. Nagel, 2009

Statistik zu diesem Beitrag:
Gelesen:25933
Meinungen und Kommentare: 0
Bewertung schreiben Weiter
Anbieter-Infos
Kontakt
Impressum
AGB
Widerrufsrecht
Datenschutzerklärung
Zahlung und Versand
Batterieentsorgung
Anmelden
eMail-Adresse:

Passwort:

Passwort vergessen?



  Neu bei uns?
>> Konto eröffnen <<
Warenkorb Zeige mehr
0 Produkte

Ab 200,- € liefern wir innerhalb Deutschland
versandkostenfrei!
Folgen Sie uns!


Wer ist online?
Zur Zeit sind
 21 Gäste
 online.
Alle Preise verstehen sich inkl. 19% MwSt und zzgl. Versandkosten
Produktübersicht | Mind-Shop | Neurofeedback | Stress Pilot | NeuroNagel

Copyright © 2000 - 2017 Mind-Shop | Claudius A. Nagel | Amselweg 14 | 55743 Idar-Oberstein | Tel.: +49 (0)6781 450770 | Fax: +49 (0)6781 450771
Alle Abbildungen und Texte auf dieser Seite sind, soweit keine anderen Quellen genannt werden, Eigentum des Betreibers und unterliegen dem Urheberrecht.
Die unerlaubte Wiedergabe oder Vervielfältigung von urheberrechtlich geschützten Materialien dieser Website wird von uns strafrechtlich und zivilrechtlich verfolgt!