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Mandala Musik: Klangwelten zur Kontemplation   Datum: Mittwoch, 12. Mai 2004

Quelle: www.mind-machines.de, Copyright © 2004

Einleitung:
Die oft überraschende, manchmal leicht fremd anmutende aber doch vertraute Klangwelt des Tamas Laboratoriums ist eine Spiegelung von Naturphänomenen, die seit ewiger Zeit die Menschen in Staunen versetzen.

Hauptteil:
Wie oft haben Sie als Kind - und vielleicht auch als Erwachsener - die Flammen und das Aufsteigen des Rauches eines Feuers beobachtet, das Fliessen des Wassers in einem kleinen Bach, oder das Spiel der Wolken mit den Strahlen der Sonne?
So wie die unbekannte Wüstenebene mit ihren gewellten Sandbänken, der Anblick einer Bergkette mit ihren Felsen und Tälern, oder wie das Wiegen der Meeresoberfläche, so klingen die Töne des Tamas Mandalas in ihrer Stimmung von Sehnsucht nach Einheit mit dem All, der ewigen Veränderung der Formen und der Unendlichkeit mit ihrem unausgeschöpften Potential.
Alles wird relativ. Die gewohnte Klangvorstellung löst sich auf und neue Dimensionen des Klangwahrnehmens öffnen sich . Man wird zu einem Reisenden, der die Klanglandschaft beobachtet und erforscht. Die gewöhnlichen Bewertungen haben hier keinen Platz, so wie kein Berg schöner sein kann als ein anderer.


Die Wissenschaft des Chaos

Die Idee dieser Musik ist auf Grund einer neuen Weltanschauung in den 80iger Jahren entstanden, geformt von verschiedenen Biologen, Physikern und Mathematikern, Astronomen und sogar Ökonomen.
Diese neue Wissenschaft, die immer mehr an Bedeutung gewinnt, wird heute Chaos genannt, da sie uns hilft, im Chaos Ordnung zu finden. Es wird dabei von der fraktalen Geometrie der Natur, von dissipativen Strukturen, vom deterministischen Chaos und von "seltsamen Attraktoren" gesprochen. Diese Theorien finden immer mehr Einsatz in den verschiedensten Wissenschaften, wo dadurch plötzlich ganz verschiedene Erscheinungen auf einen gemeinsamen Nenner gebracht werden .

Sie geben uns alle neue Einblicke in die Entwicklung des Universums und dessen Leben. Die statische und mechanistische Weltanschauung von einer "Welt der Dinge" wandelt sich in eine "Welt des Wachstums". Dies macht uns Hoffnung auf ein Verständnis dieser dynamischen Welt, wo jeder einzigartig ist und gleichzeitig "durch das Chaos" mit allem verbunden ist.


Das Übersetzungsprinzip

Aber zurück zur Mandala Musik. Hier zwei Beispiele von "chaotischen" Prozessen, die jeder hören kann: das Tropfen des Regens und das Geräusch verbrennenden Holzes im Ofen. Beide wirken entspannend auf uns, beruhigend oder auch anregend, da sie in sich ständige Veränderungen wiedergeben.

Andere Beispiele von chaotischen Prozessen sind z.B. Windharfen oder freihängende Glocken, die das Strömen der Luft in Klang übersetzen.

Die Klanglandschaften des Tamas Laboratoriums werden auch nach diesem Übersetzungsprinzip erzeugt, nur werden hier die Klangdaten im Computer nach fraktaler Art bearbeitet oder ausgerechnet.

Da wir heute mehr vom Chaos verstehen, ist es uns möglich, anders als die frei-hängenden Glöckchen es tun, die Daten in Klänge zu übersetzen. Die Klangfolgen sind nicht mehr so chaotisch, und die sehr komplexen Zusammenhänge können hörbar und sichtbar gemacht werden.


Hier ein Beispiel: REQUIEM

Die musikalischen Grundlagen des Requiems bilden biophysikalische Lichtemissionsmessungen von Hefezellen. Diesen Hefezellen wurde Formalin zugesetzt, woran sie zu Grunde gingen. Vor, während und unmittelbar nach diesem "Sterbeprozess" wurden Biophotonenmessungen gemacht.

Die dabei entstandenen, sehr interessanten Verläufe und die sichtbar werdenden Veränderungen des Spektrums und der Lichtintensität bewegten Andrzej Slawinski dazu, sie mit Hilfe des Computers zu vertonen. Diese Vertonung wurde von dem polnischen Chor "Collegium Cantorum" durch freie Improvisationen untermalt und unterstützt.

Gleichzeitig, synchron zu der Musik-Collage, werden von einem Computer sechs Diaprojektoren angesteuert, die durch eine Überblendungstechnik das optische Erlebnis gestalten. Es entstehen immer wieder neue Bilder und Bildkompositionen.


Auf diese Weise ist es möglich viele andere Prozesse aus der Natur, sowie von verschiedenen mathematischen Systemen zu erforschen.

Diese Art von Musik entstand im Tamas Laboratorium, wo sie als experimentelle Kunst entwickelt wurde. "Mandala" heißt sie deswegen, weil die Töne dieser Musik gleichzeitig auf dem Computerbildschirm graphisch dargestellt werden: Es entstehen bunte, oft fraktale Mandalas in unterschiedlichen Formen.

Diese wiederum werden in eine musikalische Partitur übersetzt und - meist in meditativer Form interpretiert.

Daraus entstehen Stücke wie "Das Rad", das sich in sich selber dreht; "Verwandte Strukturen", eine Reise durch die Wellen des Atems; "Reise Delta", exotische Rhythmen des Urwalds bis hin zu "Time Distortion" als einer Einladung des Universums.

Die Musik ist manchmal ganz harmonisch, sie kann aber auch apokalyptische Formen annehmen. Die Grenzen des Chaos sind sehr sensibel.

In diesen aussergewöhnlichen Klanglandschaften werden Hemi-Sync (Hemisphärensynchronisations-Töne nach Robert Monroe) und bei den AudioStrobe CDs optische Impulse für die Steuerung einer Lichtbrille eingebettet.

Sie verstärken das ganzheitliche Wahrnehmen, und eröffnen neue Dimensionen der Klangwahrnehmung.